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Schneelast
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Die Schneelast oder der Schneedruck gehört zu den klimatisch bedingten verĂ€nderlichen Einwirkungen auf Bauwerke. Sie hĂ€ngt von Schneeart und Schneemenge ab. Die baulichen Lastannahmen bezĂŒglich der Schneelast, auf die eine Dachkonstruktion auszulegen ist, hĂ€ngen ab von der geografischen Lage und von der Form des betrachteten Bauwerks.

Contents

‱ Normen
‱ Standort
‱ Normwert
‱ Gesetze
‱ Messung
‱ Geschichte
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Grundlagen zum Schneegewicht

Schnee ist gefrorener, meist flĂ€chig kristallisierter Niederschlag, dessen Dichte und Gewicht primĂ€r von der Lufttemperatur abhĂ€ngen, zur Zeit des Schneefalls – in der ganzen AtmosphĂ€renhöhe – also auch wĂ€hrend der Liegedauer: Sie beeinflusst die Kristallisations- und Agglomerationsform. Schnee bildet eine normalerweise sechseckig-sternförmige Kristallform, die sich schon wĂ€hrend der Schneebildung zu großen Schneeflocken verzahnen kann. Liegend verĂ€ndert der Schnee sich durch Auflast weiterer Schichten wie auch Umkristallisation zu einem hochkomplexen GefĂŒge.

Neuschnee hat spezifisches Gewicht von 0,03 (trockener frisch gefallener Schnee) bis 0,2 (gut gesetzter Neuschnee ohne zusĂ€tzlicher Wasseraufnahme). Ein Meter Pulverschnee entspricht vom Druck her einer etwa fĂŒnf bis zehn Zentimeter hohen WassersĂ€ule, bei Pappschnee (Nassschnee) sind es ca. 20 cm, das sind also 50–200 Liter je Quadratmeter Niederschlag (WasserĂ€quivalent). Ein Kubikmeter Wasser wiegt eine Tonne (1000 kg), ein Kubikmeter Frischschnee also 30–200 kg, lĂ€ngerliegender Schnee oft weitaus mehr.

| Schneeart [ 1 ] | Masse pro m 3 | Schneehöhe bei 100 kg/m 2 |
|---|---|---|
| Trockener, lockerer Neuschnee | 0 30–50 kg | ca. 200–300 cm |
| Gebundener Neuschnee | 0 50–100 kg | ca. 100–200 cm |
| Stark gebundener Neuschnee | 100–200 kg | ca. 0 50–100 cm |
| Trockener Altschnee | 200–400 kg | ca. 0 25–50 cm |
| Feuchtnasser Altschnee | 300–500 kg | ca. 0 20–35 cm |
| MehrjĂ€hriger Firn | 500–800 kg | ca. 0 12–20 cm |
| Eis | 800–900 kg | ca. 0 11–12 cm |

Schneelast wirkt im Allgemeinen als FlĂ€chenlast senkrecht zur GrundflĂ€che. FĂŒr statische Nachweise wird in Bezug auf die Lastannahme vereinfachend – und auf der sicheren Seite liegend – mit nassem Schnee und einer Wichte (spezifisches Gewicht, Gewichtskraft je Volumen) von 2 kN/mÂł gerechnet, das entspricht etwa dem oben genannten Wert fĂŒr stark gebundenen Neuschnee.

Schneedruck ist als allgemeines Wort im Bezug auf Landschaft (etwa forstlich oder ökologisch) gleichbedeutend, baufachlich wĂŒrde man darunter speziell die Gewichtskraft respektive prĂ€zise die Kraft je AuflageflĂ€che, also den tatsĂ€chlichen FlĂ€chendruck verstehen.

Wenn sie sich setzt wird die Schneedecke nicht schwerer, sie verringert nur ihr Volumen. TatsĂ€chlich wird Schnee wĂ€hrend des Liegens im Prinzip leichter, sowohl bei WĂ€rme wie bei starker KĂ€lte nach dem Schneefall: Im ersten Fall schmilzt Schnee, sickert durch die Poren und rinnt ab, im zweiten Fall sublimiert („verdunstet“) das Wasser direkt in die Luft. Dies wird durch Sonnenschein und trockene Luft begĂŒnstigt. Bautechnisch betrachtet sind auch mehrere Meter trockener Neuschnee auf technisch einwandfreien DĂ€chern keine Bedrohung. Problematisch sind krĂ€ftige SchneefĂ€lle bei um bis ĂŒber Null Grad, weil dabei schon von sich aus sehr schwerer Schnee fĂ€llt, und noch viel mehr RegenfĂ€lle in hohe Schneedecken hinein. Dann können große Wassermengen zusĂ€tzlich in der Schneedecke gebunden werden, und die Schneelast wird tatsĂ€chlich um ein Vielfaches höher, was zu Spontanversagen eines Daches fĂŒhren kann. Das kann innerhalb weniger Stunden geschehen. Daher stellen lĂ€ngerdauernde PappschneefĂ€lle und in Regen ĂŒbergehender Starkschnee akute Krisenszenarien dar.

Normen

In Deutschland sind die Schneelasten mit der DIN EN 1991-1-3 (2010-12) und zugehörigem nationalen Anhang geregelt.

In Österreich wurden die Belastbarkeiten von GebĂ€udeeindeckungen im April 2006 durch die ÖNORM B 1991-1-3:2006-04-01 gesetzlich neu vorgegeben, wobei die Werte wesentlich erhöht wurden.

Sowohl der österreichischen als auch der deutschen Neuregelung liegt die europĂ€ische Norm EN 1991-1-3 zugrunde. Sie gelten bis zu Höhen von 1500 m, darĂŒber hinausgehende Höhenlagen werden durch spezielle nationale AnhĂ€nge geregelt.

In der Schweiz ist die SIA 261:2003 anzuwenden.cite-ref-2[2]

Siehe auch

:

Schneelast in der Schweiz

Berechnung nach Norm

In den Normen werden die Schneelasten in Rechenwerte zur Ermittlung der Tragwerkssicherheit ĂŒberfĂŒhrt. Dabei wird aufgrund der starken physikalischen und zeitlichen Schwankungen der ausgeprĂ€gte stochastische Charakter beachtet. Die Rechenwerte entsprechen der 98-%-Quantile der Jahresmaxima und somit einer mittleren Wiederkehrperiode von 50 Jahren.

Standort

Deutschland

Die maßgebenden Einflussfaktoren auf die GrĂ¶ĂŸe der Schneelasten sind die des Standortes mit der lokalen Klimazone und der topografischen Höhe. In den Normen wird das Schneeklima durch eine Karte der Schneelastzonen erfasst, welche die SchneeintensitĂ€t fĂŒr verschiedene geographische Regionen angibt.

In Deutschland gibt es die Schneelastzonen

‱ Zone 1a (Großraum MĂŒnchen-Donau)
‱ Zone 2
‱ Zone 2a (Hochschwarzwald, Rhön und Sauerland)

Da die Schneehöhe ĂŒberproportional zur Höhenlage wĂ€chst, ist diese als weiterer Einflussfaktor zu berĂŒcksichtigen. Damit ergeben sich in Deutschland die folgenden, am Standort anzusetzenden charakteristischen Werte s k {\displaystyle s_{\mathrm {k} }} der Schneelast in kN/mÂČ auf dem Boden, in AbhĂ€ngigkeit von der GelĂ€ndehöhe A {\displaystyle A} in m ĂŒber dem Meeresniveau (vgl. Diagramm):

‱ Zone 1: s k = 0 , 19 + 0 , 91 ( A + 140 760 ) 2 ≄ ≄ 0 , 65 {\displaystyle s_{k}=0{,}19+0{,}91\left({\frac {A+140}{760}}\right)^{2}\geq 0{,}65}
‱ Zone 1a: Multiplikation des s k {\displaystyle s_{\mathrm {k} }} -Wertes aus Zone 1 mit dem Faktor 1,25
‱ Zone 2: s k = 0 , 25 + 1 , 91 ( A + 140 760 ) 2 ≄ ≄ 0 , 85 {\displaystyle s_{k}=0{,}25+1{,}91\left({\frac {A+140}{760}}\right)^{2}\geq 0{,}85}
‱ Zone 2a: Multiplikation des s k {\displaystyle s_{\mathrm {k} }} -Wertes aus Zone 2 mit dem Faktor 1,25
‱ Zone 3: s k = 0 , 31 + 2 , 91 ( A + 140 760 ) 2 ≄ ≄ 1 , 10 {\displaystyle s_{k}=0{,}31+2{,}91\left({\frac {A+140}{760}}\right)^{2}\geq 1{,}10} FĂŒr bestimmte Lagen in Zone 3 können höhere Werte als nach der hier angegebenen Gleichung maßgebend sein; Angaben ĂŒber die Schneelast in diesen Regionen sind bei den zustĂ€ndigen Stellen einzuholen.

FĂŒr die Schneelastzonen 1 und 2 gilt im nördlichen Teil Deutschlands, dem Norddeutschen Tiefland, dass der Rechenwert des außergewöhnlichen Lastfalls in bestimmten Orten mit dem Faktor 2,3 multipliziert wird; ob ein Ort dazugehört, kann in den technischen Baubestimmungen der BundeslĂ€nder ermittelt werden oder in der Schneelastzonentabelle des Deutschen Institut fĂŒr Bautechnik (siehe Weblinks).

Schweiz

In der Schweiz wird die Schneelast nach SIA261 Ausgabe 2014 wie folgt berechnet:

s k = [ 1 + ( h 0 350 ) 2 ] ⋅ ⋅ 0 , 4 k N / m 2 ≄ ≄ 0 , 9 k N / m 2 {\displaystyle s_{k}=\left[1+\left({\frac {h_{0}}{350}}\right)^{2}\right]\cdot 0{,}4\,\mathrm {kN/m} ^{2}\geq 0{,}9\,\mathrm {kN/m} ^{2}}

h 0 {\displaystyle h_{0}} ist dabei die spezifische Höhe, welche sich wie folgt berechnet: h 0 = h + Z {\displaystyle h_{0}=h+Z} . Dabei ist h {\displaystyle h} die Höhe des Standorts in Metern ĂŒber Meer, Z {\displaystyle Z} ist vom Standort abhĂ€ngig und ist in der Karte der SIA261:2014 Anhang D definiert. Der Parameter Z {\displaystyle Z} kann folgende Werte haben: −200 m; 0 m; +200 m; +400 m; +500 m. Die angegebene Formel ist nur bis 2000 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel gĂŒltig. FĂŒr höhere Lagen muss ein Gutachten zur Schneelast erstellt werden.

Liechtenstein

GemĂ€ĂŸ Liechtensteinischer Bauverordnung Artikel 38 Absatz 3 kann die Statik und damit die Schneelast entsprechend der SIA berechnet werden, wobei das Z {\displaystyle Z} fĂŒr ganz Liechtenstein in SIA261:2014 Anhang D Z = + 200 m {\displaystyle Z=+200\,{\text{m}}} definiert wurde.

Österreich

In der ÖNORM B 1991-1-3, die am 15. Mai 2022 veröffentlicht wurde, erhielt Österreich eine detaillierte Schneelastkarte, welche ĂŒber hora.gv.at zugĂ€nglich ist. Darin ist fĂŒr ein Raster von 50 × 50 m fĂŒr jeden Ort in Österreich die Schneelast berechnet. Die Berechnung beruht auf Messungen der 900 im Land verteilten Messstationen. GĂŒltig sind die Schneelasten bis zu einer Seehöhe von 2000 m.cite-ref-l1-3-0[3]cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]

Niederlande

In den Niederlanden wurde sk = 0,7 kN/m2 gemĂ€ĂŸ NEN-EN 1991-1-3/NB fĂŒr das gesamte Land festgelegt.cite-ref-dakweb-6-0[6]

Frankreich

Frankreich kennt, wie andere LĂ€nder auch, Schneelastzonen. DarĂŒber hinaus definiert Frankreich auch unterschiedliche Formeln fĂŒr verschiedene Höhen. Als drittes Merkmal kennt Frankreich neben der normalen Schneelast auch eine Schneelast als außergewöhnliche Einwirkung.cite-ref-fr-map-7-0[7]

Frankreich definiert eine Schneelast sk,o auf den Boden unabhĂ€ngig von der Höhe, welche anschließend in die höhenabhĂ€ngige Formel eingesetzt wird.

| | A1 | A2 | B1 | B2 | C1 | C2 | D | E |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Charakteristischer Wert der Schneelast | 0,45 kN/m 2 | 0,45 kN/m 2 | 0,55 kN/m 2 | 0,55 kN/m 2 | 0,65 kN/m 2 | 0,65 kN/m 2 | 0,90 kN/m 2 | 1,40 KN/m 2 |
| Bemessungswert fĂŒr außergewöhnliche Schneelast | - | 1,00 kN/m 2 | 1,00 kN/m 2 | 1,35 kN/m 2 | - | 1,35 kN/m 2 | 1,80 kN/m 2 | - |

Schneelasten bis 200 m Höhe: s k = s k , 0 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}} .

In den Zonen A bis D wird anschließend die höhenabhĂ€ngige Schneelast wie folgt berechnet:

‱ Schneelasten zwischen 200 m und 500 m Höhe: s k = s k , 0 + A 1000 − − 0 , 2 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}+{\frac {A}{1000}}-0{,}2}
‱ Schneelasten zwischen 500 m und 1000 m Höhe: s k = s k , 0 + 1 , 5 ⋅ ⋅ A 1000 − − 0 , 45 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}+1{,}5\cdot {\frac {A}{1000}}-0{,}45}
‱ Schneelasten zwischen 1000 m und 2000 m Höhe: s k = s k , 0 + 3 , 5 ⋅ ⋅ A 1000 − − 2 , 45 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}+3{,}5\cdot {\frac {A}{1000}}-2{,}45}

In den Zonen E wird anschließend die höhenabhĂ€ngige Schneelast wie folgt berechnet:

‱ Schneelasten zwischen 200 m und 500 m Höhe: s k = s k , 0 + 1 , 5 ⋅ ⋅ A 1000 − − 0 , 3 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}+1{,}5\cdot {\frac {A}{1000}}-0{,}3}
‱ Schneelasten zwischen 500 m und 1000 m Höhe: s k = s k , 0 + 3 , 5 ⋅ ⋅ A 1000 − − 1 , 3 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}+3{,}5\cdot {\frac {A}{1000}}-1{,}3}
‱ Schneelasten zwischen 1000 m und 2000 m Höhe: s k = s k , 0 + 7 ⋅ ⋅ A 1000 − − 4 , 8 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}+7\cdot {\frac {A}{1000}}-4{,}8}

In diesen Formeln ist A {\displaystyle A} die Höhe des Standorts.

In den Französischen Überseegebieten wurden keine Schneelasten definiert, außer fĂŒr Saint-Pierre und Miquelon, wobei s k , 0 = 2 , 60 k N / m 2 {\displaystyle s_{k,0}=2{,}60\,\mathrm {kN/m} ^{2}} definiert wird.

Belgien

Belgien hat fĂŒr das ganze Staatsgebiet eine Schneelast unabhĂ€ngig von der Höhe s k , 0 = 0 , 5 k N / m 2 {\displaystyle s_{k,0}=0{,}5\,\mathrm {kN/m} ^{2}} . FĂŒr Orte bis 200 m Höhe gilt fĂŒr die Schneelast s k = s k , 0 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}} . An Orten zwischen 200 m Höhe bis 700 m Höhe gilt: s k = s k , 0 + 0,007 ⋅ ⋅ A − − 100 6 {\displaystyle s_{k}=s_{k,0}+0{,}007\cdot {\frac {A-100}{6}}} . In dieser Formel ist A {\displaystyle A} die Höhe des Standorts.cite-ref-8[8]

DĂ€nemark

In DĂ€nemark werden Schneelasten nach der DS/EN 1991-1-3 DK NA:2015 der Zweiten Auflage, ĂŒber das ganze Land mit s k = 1 , 0 k N / m 2 {\displaystyle s_{k}=1{,}0\,\mathrm {kN/m} ^{2}} definiert.cite-ref-9[9]

Italien

Das Ministero delle infrastrutture e dei trasporti, welches zustÀndig ist die Nationalen Normen des Eurocodes zu veröffentlichen, hat im Decreto 17 gennaio 2018 Aggiornamento delle «Norme tecniche per le costruzioni» drei Schneelastzonen definiert. Die erste Schneelastzone wurde noch in zwei Unterzonen unterteilt. Die Norm regelt jedoch Schneelasten nur bis zu einer Standorthöhe von 1500 m.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]

Die Zona I – Alpina – Zone 1 Alpen – gilt fĂŒr die Provinzen Aosta, Belluno, Bergamo, Biella, Bozen, Brescia, Como, Cuneo, Lecco, Pordenone, Sondrio, Turin, Trentino, Udine, Verbano-Cusio-Ossola, Vercelli, Vicenza. Es wurden folgende Schneelasten definiert:

q s k = 1 , 5 fĂŒr a s ≀ ≀ 200 m {\displaystyle q_{sk}=1{,}5{\text{ fĂŒr }}a_{s}\leq 200\,\mathrm {m} }

q s k = 1 , 39 ⋅ ⋅ [ 1 + ( a s 728 ) 2 ] fĂŒr a s > 200 m {\displaystyle q_{sk}=1{,}39\cdot \left[1+\left({\frac {a_{s}}{728}}\right)^{2}\right]{\text{ fĂŒr }}a_{s}>200\,\mathrm {m} }

Die Zona I – Mediterranea – Zone 1 Mittelmeer – gilt fĂŒr die Provinzen Alessandria, Ancona, Asti, Bologna, Cremona, ForlĂŹ-Cesena, Lodi, Mailand, Modena, Monza und Brianza, Novara, Parma, Pavia, Pesaro und Urbino, Piacenza, Ravenna, Reggio Emilia, Rimini, Treviso, Varese. Es wurden folgende Schneelasten definiert:

q s k = 1 , 5 fĂŒr a s ≀ ≀ 200 m {\displaystyle q_{sk}=1{,}5{\text{ fĂŒr }}a_{s}\leq 200\,\mathrm {m} }

q s k = 1 , 35 ⋅ ⋅ [ 1 + ( a s 602 ) 2 ] fĂŒr a s > 200 m {\displaystyle q_{sk}=1{,}35\cdot \left[1+\left({\frac {a_{s}}{602}}\right)^{2}\right]{\text{ fĂŒr }}a_{s}>200\,\mathrm {m} }


q s k = 1 , 0 fĂŒr a s ≀ ≀ 200 m {\displaystyle q_{sk}=1{,}0{\text{ fĂŒr }}a_{s}\leq 200\,\mathrm {m} }

q s k = 0 , 85 ⋅ ⋅ [ 1 + ( a s 481 ) 2 ] fĂŒr a s > 200 m {\displaystyle q_{sk}=0{,}85\cdot \left[1+\left({\frac {a_{s}}{481}}\right)^{2}\right]{\text{ fĂŒr }}a_{s}>200\,\mathrm {m} }


q s k = 0 , 6 fĂŒr a s ≀ ≀ 200 m {\displaystyle q_{sk}=0{,}6{\text{ fĂŒr }}a_{s}\leq 200\,\mathrm {m} }

q s k = 0 , 51 ⋅ ⋅ [ 1 + ( a s 481 ) 2 ] fĂŒr a s > 200 m {\displaystyle q_{sk}=0{,}51\cdot \left[1+\left({\frac {a_{s}}{481}}\right)^{2}\right]{\text{ fĂŒr }}a_{s}>200\,\mathrm {m} }

Dabei ist

q s k {\displaystyle q_{sk}} der Bezugswert der Schneelast am Boden in kN/mÂČ

a s {\displaystyle a_{s}} die Meereshöhe des Standortes in m.

Tschechien

In Tschechien werden die Schneelasten direkt aus der Karte, welche in der ČSN EN 1991-1-3 Změna Z1 abgebildet ist, gelesen. Es gibt folgende Zonen und charakteristischen Schneelasten auf dem Boden:cite-ref-14[14]

| Zone | I | II | III | IV | V | VI | VII | VIII |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Charakteristische Schneelast s k in KN/m 2 | 0.7 | 1.0 | 1.5 | 2.0 | 2.5 | 3.0 | 4.0 | s k > 4.0 |

In der Zone VIII mĂŒssen die Werte vom HydrometeorologickĂœ Ășstav gesondert bestimmt werden.

Polen

In Polen gibt es gemĂ€ĂŸ der Norm PN EN 1991-1-3/NA fĂŒnf Schneelastzonen, welche in einer Karte definiert sind:cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]

| Zone | s k in KN/m 2 |
|---|---|
| 1 | s k = max { 0,007 ⋅ A − 1 , 4 0 , 7 {\displaystyle s_{k}=\max {\begin{cases}0{,}007\cdot A-1{,}4\\0{,}7\end{cases}}} |
| 2 | 0 , 9 {\displaystyle 0{,}9} |
| 3 | s k = max { 0,006 ⋅ A − 0 , 5 1 , 2 {\displaystyle s_{k}=\max {\begin{cases}0{,}006\cdot A-0{,}5\\1{,}2\end{cases}}} |
| 4 | 1 , 2 {\displaystyle 1{,}2} |
| 5 | s k = max { 0 , 93 0,001 34 ⋅ A 2 , 0 {\displaystyle s_{k}=\max {\begin{cases}0{,}93^{0{,}00134\cdot A}\\2{,}0\end{cases}}} |

Dabei ist A {\displaystyle A} die Höhe des Standorts in Meter und s k {\displaystyle s_{k}} die Schneelast in KN/m2.

Slowenien

In Slowenien hat man fĂŒnf Schneelastregionen definiert in einer Karte. Vier Schneelastregionen (A1 bis A4) berechnen die Bodenschneelast in den Alpen, die alpska regija und eine Zone (M1) berechnet diese Schneelast fĂŒr das Mittelmeer, die mediteranska regija:cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]

In der Region A1:

q s k = 0,651 ⋅ ⋅ [ 1 + ( A 728 ) 2 ] {\displaystyle q_{sk}=0{,}651\cdot \left[1+\left({\frac {A}{728}}\right)^{2}\right]}

In der Region A2:

q s k = 1,293 ⋅ ⋅ [ 1 + ( A 728 ) 2 ] {\displaystyle q_{sk}=1{,}293\cdot \left[1+\left({\frac {A}{728}}\right)^{2}\right]}

In der Region A3:

q s k = 1,935 ⋅ ⋅ [ 1 + ( A 728 ) 2 ] {\displaystyle q_{sk}=1{,}935\cdot \left[1+\left({\frac {A}{728}}\right)^{2}\right]}

In der Region A4:

q s k = 2,577 ⋅ ⋅ [ 1 + ( A 728 ) 2 ] {\displaystyle q_{sk}=2{,}577\cdot \left[1+\left({\frac {A}{728}}\right)^{2}\right]}

In der Region M1:

q s k = 0,289 ⋅ ⋅ [ 1 + ( A 452 ) 2 ] {\displaystyle q_{sk}=0{,}289\cdot \left[1+\left({\frac {A}{452}}\right)^{2}\right]}

Dabei ist A {\displaystyle A} die Höhe des Standorts und q s k {\displaystyle q_{sk}} die Schneelast in KN/m2.

Slowakei

In der Slowakei wird die Schneelast in der Norm STN EN 1991-1-3/NA1:2012 geregelt. Die Schneelast wird mit der Formel s k = a + A / b {\displaystyle s_{k}=a+A/b} bestimmt, mit s k {\displaystyle s_{k}} in [KN/m2], A der Höhenstandort in [m] und zwei Faktoren a und b welche von der Schneelastzone abhĂ€ngig sind. Die Slowakische Norm hat fĂŒnf Schneelastzonen, wobei die Zone 1 und 3 die gleichen Parameter haben. Der Grund dafĂŒr, dass diese zwei Zonen separat ausgewiesen werden, ist, dass die Schneelastzone 3 in den Bergen liegt und die Zone 1 im Flachland ist. Die Werte der Zonen lauten wie folgt:cite-ref-19[19]

| Zone | 1 und 3 | 2 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|
| a | 0.454 | 0.425 | 0.716 | 0.934 |
| b | 970 | 505 | 430 | 315 |

Portugal

In Portugal wurde fĂŒr die Schneelast folgende Formel bestimmt:cite-ref-20[20]

s k = C z [ 1 + ( h 500 ) 2 ] k N / m 2 {\displaystyle s_{k}=C_{z}\left[1+\left({\frac {h}{500}}\right)^{2}\right]\,\mathrm {kN/m} ^{2}}

Dabei ist h {\displaystyle h} die Höhe des Standortes und C z {\displaystyle C_{z}} ein Parameter abhÀngig von der Schneelastzone. Das Land ist in drei Schneelastzonen unterteilt, wobei in der Zone Z1 der Pamrater C z = 0.30 {\displaystyle C_{z}=0.30} , in der Zone Z2 C z = 0.20 {\displaystyle C_{z}=0.20} und in der Zone Z3 C z = 0.10 {\displaystyle C_{z}=0.10} ist.

Bauwerksgeometrie

Die Dachform bzw. Dachneigung eines Bauwerkes ist ein weiterer Parameter fĂŒr die Schneelast und wird durch Formbeiwerte berĂŒcksichtigt. Diese beschreiben das VerhĂ€ltnis der auf dem Dach liegenden Schneemenge zur gefallenen Schneemenge und erfassen so z. B., dass von einem steilen Dach der Schnee schneller abrutscht als von einem flachen.

GrĂ¶ĂŸe und Verteilung der Schneelast kann auch stark durch die WindverhĂ€ltnisse beeinflusst werden. So bilden sich an HöhensprĂŒngen oft Schneeverwehungen, die zu beachten sind. In Ă€lteren Statiken ist hĂ€ufig diese Schneeverwehung nicht beachtet worden.cite-ref-21[21]

Normwert

Die am Bauwerk anzusetzende Schneelast s i {\displaystyle s_{\mathrm {i} }} folgt somit aus der lokalen (charakteristischen) Schneelast s k {\displaystyle s_{\mathrm {k} }} multipliziert mit dem Formbeiwert Ό Ό i {\displaystyle \mu _{\mathrm {i} }} :

s i = ÎŒ ÎŒ i ⋅ ⋅ s k {\displaystyle s_{\mathrm {i} }=\mu _{\mathrm {i} }\cdot s_{\mathrm {k} }}

Gesetze

Die Autonome Provinz Bozen - SĂŒdtirol hat fĂŒr Öffentliche BauauftrĂ€ge, Lieferungen und Dienstleistungen eine Formel zur Schneelast erlassen. Das „Dekret des Landeshauptmanns vom 6. Mai 2002, Nr. 141 – Technische Vorschriften zur Festlegung der Schneelast am Boden“ legte folgende Formel, als Mindestlast, fest:cite-ref-22[22]

q s k = 1,293 ⋅ ⋅ [ 1 + ( a s 728 ) 2 ] {\displaystyle q_{sk}=1{,}293\cdot \left[1+\left({\frac {a_{s}}{728}}\right)^{2}\right]}

wobei

q s k {\displaystyle q_{sk}} der Bezugswert der Schneelast am Boden in kN/mÂČ ist

a s {\displaystyle a_{s}} die Meereshöhe des Standortes in m ist.

Diese Formel berĂŒcksichtigt nicht außergewöhnliche Schnee- und Windlasten sowie Schneelasten fĂŒr Höhen ĂŒber 1500 m. Diese FĂ€lle mĂŒssen gesondert betrachtet werden.

Messung

Eine Höhenmessung und Annahme des spezifischen Gewichts (z. B. Normgewicht) ist ungenau, da hierbei Schneedichte und gegebenenfalls vorliegende Vereisung unzureichend berĂŒcksichtigt werden. Eine genauere Schneelastbestimmung erfolgt durch Entnahme und Wiegen einer Schneeprobe, etwa mit einem Schneeprobenentnahmerohr (SPER). Die Auswertung erfolgt mit mindestens drei Proben und mit dem Gewichtsmittelwert. Überschreitet die vorhandene Schneelast den zulĂ€ssigen Wert, muss die Standsicherheit der Dachkonstruktion durch einen Sachkundigen bewertet oder der Schnee vom Dach gerĂ€umt werden.

Weitere Hilfsmittel sind z. B. Schneelastwaagen.

RĂ€umung

Bei Erreichen oder Überschreiten der rechnerisch angesetzten Schneelast sollte ein Dach gerĂ€umt werden. Dies ist am besten abschnittsweise und streifenweise abwechselnd auf den DachflĂ€chen durchzufĂŒhren.

Neben der konventionellen RĂ€umung wird erfolgreich das Schmelzen des Schnees mit Heißdampf eingesetzt. Dabei wird die zu schmelzende SchneeflĂ€che abgedeckt und mit Dampf aufgeheizt.cite-ref-23[23]

Extremereignisse

Aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen sind extreme Schneelasten, die nur sehr selten vorkommen, in den Normen nicht berĂŒcksichtigt.

So hatte die Schneelast im schneereichen Winter 2005/2006 den Normwert in Teilen des Alpenraumes und des Bayerischen Waldes deutlich ĂŒberschritten.cite-ref-24[A 1] Viele DĂ€cher mussten zur Vermeidung eines Versagens gerĂ€umt werden.

Es zeigte sich, dass den Schneelasten auf DĂ€chern seinerzeit oft nicht genug Augenmerk geschenkt wurde. Im Gegensatz zur Information ĂŒber die Lawinenlage fand eine qualifizierte Information von Baufachleuten und Hausbesitzern ĂŒber die aktuellen Schneelasten durch die Bauaufsichtsbehörden und Wetterdienste nicht statt, selbst bei grĂ¶ĂŸeren Überschreitungen der lokalen Normlasten. Beim Ereignis 2006 stĂŒrzte am 2. Januar unter einer Schneelast, die die Normvorgaben nicht ĂŒberschritt, die Eislaufhalle in Bad Reichenhall ein; 15 Menschen kamen zu Tode. Wenige Wochen danach versagte die Dachkonstruktion der Messehalle in Kattowitz und tötete 65 Menschen. Wurden diese Ereignisse anfangs noch als EinzelfĂ€lle betrachtet, so Ă€nderte sich die Situation schon wenig spĂ€ter, als in vielen Orten Bayerns, Oberösterreichs, der Steiermark und Niederösterreichs zahlreiche DachstĂŒhle unter grĂ¶ĂŸeren Schneemassen einbrachen.

Deshalb wurde in den letzten Jahren die Modellierung und Prognose der SchneefĂ€lle umfangreich verbessert, sowohl in Hinsicht auf die großrĂ€umige Mittelfristprognose, wie auch auf wesentlich kleinrĂ€umigere Hotspots. Beim Schneeereignis 2019 konnte schon frĂŒhzeitig (im Bereich mehrerer Tage) gewarnt und von den KrisenstĂ€ben HilfskrĂ€fte fĂŒr das prĂ€ventive Abschaufeln bereitgestellt werden.

Geschichte

Bei vielen alten GebĂ€uden fehlten Überlegungen zur Statik vollstĂ€ndig und es wurde basierend auf Erfahrung gebaut. Eines der ersten GebĂ€ude, welches eine Statische Berechnung hatte, war das Dach des Gasometers der Imperial Continental Gas Association in Berlin, welches eine leichte Eisenkonstruktion besaß. Die Berechnung wurde 1845 veröffentlicht. Es wurde zwar das Eigengewicht umstĂ€ndlich ermittelt, jedoch kamen keine Schneelasten oder auch Windlasten in der Berechnung vor. Die Dimensionierung enthielt jedoch Rechenfehler, welche sich positiv fĂŒr die Statik herausstellten und außerdem wurde fĂŒr Eisenteile einen Sicherheitsbeiwert zwischen 7,5 und 8,9 gewĂ€hlt wĂ€hrend fĂŒr Holz sogar Sicherheitsbeiwerte von 25,8 gewĂ€hlt wurden. Daher fiel die ZusĂ€tzliche Last durch Schnee nicht mehr ins Gewicht und das Dach hielt den Lasten stand. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Schnee- und Windlasten als „ZufĂ€llige Lasten“ zusammengefasst.cite-ref-holzer06-25-0[24]

1840 wurde von Paul Joseph Ardant das Buch „Etudes thĂ©oriques et expĂ©rimentales sur l’ Ă©tablissement des charpentes Ă  grande portĂ©e“ ĂŒber das Bauingenieurswesen verfasst. In der Berechnung fĂŒr einen kombinierten Holz- und Eisenfachwerkbinder, damals genannt System Palladio, verwendete er in seinen Brechungen eine Schneedichte von 100 kg/m3. Der Autor nahm an, dass die Schneehöhe 50 cm betrĂ€gt und somit die Schneelast 50 kg/m2 betrĂ€gt. Ardants Werk wurde durch August von Kaven 1847 ins Deutsche ĂŒbersetzt und beeinflusste das Deutsche Ingenieurswesen. Die Schneelasten wurde von Gustav Adolf Breymann in seinem Werk „Constructionen in Holz“ von Ardant ĂŒbernommen.cite-ref-holzer06-25-1[24]

Generell wurden Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedene AnsĂ€tze auch in Deutschland vorgestellt, wie man die Schneelast annehmen sollte. So hat Derwitz im Artikel „Die neue Central-Turn-Anstalt fĂŒr Militair und Civil in der Kirsch-Allee bei Berlin“ von 1851 die Schneelast basierend auf NiederschlĂ€ge in Berlin angenommen. Derwitz ging davon aus, dass in den Monaten Dezember bis Februar 21,5 % der Jahresniederschlags Berlins fĂ€llt. Weiter wurde die Annahme gemacht, dass der gesamte Niederschlag als Schnee fĂ€llt und liegen bleibt, ohne dass dieser Schnee abtauen könnte. Daher kommt der Autor zum Schluss, dass man bei 521 mm Jahresniederschlag 112 kg/m2 Schneelast anzusetzen sei. Diese Schneelast wird als horizontale Projektion auf die DachflĂ€che angesetzt. Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist, dass Derwitz die Schneelast voll mit der Windlast kombiniert und keinen Abzug macht wie in den heutigen Normen ĂŒblich.cite-ref-holzer06-25-2[24]

Eine genauere Untersuchung fĂŒhrte Eduard Brandt im Jahr 1865 im Werk „Lehrbuch der Eisenkonstruktionen“ durch. Der Autor listete verschiedene jĂ€hrliche Niederschlagsmengen europĂ€ischer, aber vor allem deutscher StĂ€dte auf und kam so, in heutigen Einheiten umgerechnet, auf 500 bis 575 mm jĂ€hrliche durchschnittliche Niederschlagsmenge. Auch wurden fĂŒr Berlin zwischen 1848 und 1860 genaue Niederschlagsdaten publiziert, welche unterschieden, ob es schneite bzw. regnete. So konnte Brandt auf den relevanten Winter 1849/1850 hinweisen und kam demgemĂ€ĂŸ auf eine Schneelast von 69,7 kg/m2. Die Arbeit von Brandt blieb aber in spĂ€teren Veröffentlichungen unerwĂ€hnt. Stefan Holzer vermutete, dass Brandts Arbeit unbemerkt blieb, weil die Werte nicht wesentlich von anderen Autoren abwichen, die keine so genauen Untersuchungen anstellten.cite-ref-holzer06-25-3[24]

Friedrich Heinzerling, Professor fĂŒr Bauwissenschaften an der UniversitĂ€t Gießen und spĂ€ter an der RWTH Aachen, veröffentlichte „Die angreifenden und widerstehenden KrĂ€fte der BrĂŒkken- und Hochbau-Constructionen“, wobei er eine Dichte des Schnees zwischen 42 kg/m3 und 500 kg/m3 angibt. Als Mittelwert gab der Professor an 125 kg/m3 an und entsprechend eine Schneelast von 78 kg/m2. Im „Handbuch der Hochbau-Constructionen in Eisen und anderen Metallen fĂŒr Architekten, Ingenieure, Constructeure, Bau-Handwerker und technische Lehranstalten“ aus dem Jahr 1876 schrieb Ludwig Klasen, dass man von einer maximalen Schneehöhe von 55 cm ausgehen kann und bestimmt mit einer Schneedichte von 125 kg/m3 eine Schneelast von 70 kg/m2. In eine Fußnote in Klasens Werk ist jedoch ein Hinweis gegeben worden, dass, je nach Lage, man auch von deutlich höheren Schneelasten ausgehen kann. Klasen erwĂ€hnte jedoch auch, dass Schnee und Wind nicht mit ihrer grĂ¶ĂŸten Belastung zusammentreffen. Der Autor gab damit einen Hinweis, dass man Schnee und Windlasten miteinander sinnvoll kombinieren sollte.cite-ref-holzer06-25-4[24]

Max Förster gibt die Schneedichte mit 125 kg/m3 bei einer Schneehöhe von 60 cm an. Der Autor schrieb jedoch noch zusÀtzlich, dass bei Dachneigungen steiler als 35°, aufgrund des Abrutschen des Schnees, keine Schneelast anzusetzen wÀre. Das Belgische Lehrbuch "Les principes de la construction des charpentes métalliques et leur application aux ponts à poutres droites, combles, supports et chevalements" von 1898 nahm die Dichte von Schnee mit 100 kg/m3 an und gab an, dass man von einer maximalen Schneehöhe von 30 bis 40 cm ausgehen könnte.cite-ref-holzer06-25-5[24]

Die Festlegung von Schneelastzonen in Deutschland ist von Diskussionen begleitet worden. So hatte die Bundesrepublik Deutschland in ihrer Norm DIN 1055 Teil 5 von 1975 erstmals Schneelastzonen eingefĂŒhrt. Es stellte sich jedoch schon nach wenigen Jahren heraus, dass diese Schneelastzonen nicht ganz korrekt die tatsĂ€chlichen Schneelasten abbildeten. Es gab einige EinstĂŒrze, vor allem von Leichtbauten. Eine Untersuchung basierend auf Schneehöhenmessungen ergab, dass die anzusetzende Schneelast in einigen Gebieten von der RealitĂ€t stark abwich.cite-ref-graenzer83-26-0[25]

GewÀchshÀuser

Aufgrund der WĂ€rme von GewĂ€chshĂ€usern können die Schneelastnormen anders angewandt und geringere Schneelasten angesetzt werden. FĂŒr Deutschland kann dafĂŒr die DIN EN 13031-1:2020 angewandt werden.cite-ref-27[26]

Siehe auch
Weblinks

Wiktionary: Schneelast

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Kostenloses Online-Tool zur Ermittlung der Schneelastzone und des charakteristischen Werts der Schneelast sk nach Eurocode fĂŒr Deutschland (auch Windzonen, Erdbebenzonen). In: Dlubal.com
‱ Kostenloses Online-Tool zur Ermittlung der Schneelastzone und des charakteristischen Werts der Schneelast sk nach Eurocode fĂŒr die Schweiz (auch Windzonen, Erdbebenzonen). In: Dlubal.com
‱ Anleitung zum AbschĂ€tzen der Schneelast einer aktuellen Schneedecke (PDF-Datei; 63 kB). In: Lawinenwarndienst-Bayern.de
‱ Lastannahmen fĂŒr Anwender, Schneelastrechner zum Herunterladen. In: DIN1055.de
‱ Anleitung zur Ermittlung der Schneelast und AbschĂ€tzung der GefĂ€hrdung auf der privaten Seite Michael-Zimnik.de
‱ Deutsches Institut fĂŒr Bautechnik: Schneelastzonen in Deutschland. In: DIBt.de

Anmerkungen

cite-note-24A 1. ↑ Das galt fĂŒr die Lastannahme nach der DIN 1055-5:1975-06. Eine Neufassung der ÖNorm war gerade verlautbart, aber noch nicht in Kraft.

Einzelnachweise

cite-note-noezsv-11. Starkschneefall: Wie schwer ist Schnee eigentlich?, Niederösterreicher Zivilschutzverband. In: noezsv.at, abgerufen am 11. Januar 2019.
cite-note-22. ↑ Einwirkungen auf Tragwerke – ErgĂ€nzende Festlegungen (SIA 261/1:2003 Bauwesen). (PDF) Archiviert vom Original; abgerufen am 15. Januar 2016.
cite-note-l1-33. ↑ ÖNORMen zur Berechnung der Schneelast. 18. Dezember 2022, abgerufen am 15. MĂ€rz 2024.
cite-note-44. ↑ Projekt „Schneelast.Reform“. Überarbeitete Schneelastkarten fĂŒr Österreich und Novelle der Schneelastnorm. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2024.
cite-note-55. ↑ Engelbert Schrempf: Neue Schneelastnorm veröffentlicht. Der nĂ€chste Winter kommt bestimmt ... 29. Juli 2022, abgerufen am 15. MĂ€rz 2024.
cite-note-dakweb-66. ↑ Derks FEIT: De Eurocode sneeuwbelasting nader bekeken. Archiviert vom Original; abgerufen am 12. Mai 2023 (niederlĂ€ndisch).
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cite-note-2222. ↑ Dekret des Landeshauptmanns vom 6. Mai 2002, Nr. 141. Technische Vorschriften zur Festlegung der Schneelast am Boden. 6. Mai 2002, abgerufen am 31. August 2023.
cite-note-2323. ↑ DurchfĂŒhrungsbericht "Schmelzen von Schnee mit Heißdampf", Dezember 2011: Dampf gegen Schnee - Dachlast durch Schmelzen mindern, Autor: DĂ€mpfen-Dampfkessel-Blog. Abgerufen am 14. Februar 2011.
cite-note-holzer06-2524. ↑ Stefan M. Holzer: Kleine Geschichte der Schnee- und Windlastannahmen im 19. Jahrhundert. In: Bautechnik. Band 83, Nr. 11, 2006, S. 781–788, doi:10.1002/bate.200610069.
cite-note-graenzer83-2625. ↑ GRAENZER M: Zur Festlegung der rechnerischen Schneelasten. In: BAUINGENIEUR. Band 58, Nr. 1, 1983, ISSN 0005-6650, S. 1–5 (seilbahnen.org).
cite-note-2726. ↑ I. Pertermann, R. Puthli: GewĂ€chshĂ€user – Aktuelles aus der Normung – INFO Nr. 4. Schneelasten und Temperatur. In: greenhousecodes.com. 18. Mai 2020, abgerufen am 27. Juni 2023.